Ideen, die ankommen
KONSENS bringt gute Ideen in die Praxis:
Moderne Steuer-IT verbessert die Services für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen und
entlastet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Finanzämtern.

Sven Wolfrum
» Das Gemeinwohl hängt erheblich vom Erfolg von KONSENS ab, einem der größten Digitalisierungsvorhaben in der Verwaltung Deutschlands. «
Wie entstehen Innovationen im KONSENS-Softwarehaus? Die Antwort lautet: durch konsequente Digitalisierung bestehender Prozesse in den Finanzämtern und die Ausrichtung der IT-Verfahren an zeitgemäßen IT-Architekturen. Neue Ideen werden im Vorhaben KONSENS nicht losgelöst entwickelt, sondern in den laufenden Betrieb integriert. Sie unterstützen so Bürgerinnen und Bürger, Arbeitgeber und Unternehmen sowie mehr als 100.000 Beschäftigte in den Finanzämtern. Denn die Steuerverwaltung gehört zu den tragenden Säulen des Staates. Sie stellt die finanziellen Grundlagen bereit und sichert so die Handlungsfähigkeit von Bund, Ländern und Kommunen. »Das Gemeinwohl hängt in erheblichem Maß vom Erfolg von KONSENS ab, einem der größten Digitalisierungsvorhaben in der Verwaltung Deutschlands«, sagt Sven Wolfrum, Vorsitzender der Steuerungsgruppe IT bei KONSENS.
FLEXIBLE BAUSTEINE STATT GROSSRECHNER
Die Ausgangslage ist dabei anspruchsvoll: Viele IT-Verfahren der Steuerverwaltung sind historisch in den Ländern gewachsen und hoch komplex. Großrechner und stark integrierte, monolithische Anwendungen prägen die Landschaft. Die Folge: Aktualisierungen und Wartung sind aufwendig, selbst kleine Änderungen können auf das gesamte System wirken. Gleichzeitig müssen neue gesetzliche Anforderungen zügig umgesetzt werden. »Wir modernisieren aus Gründen der Betriebssicherheit schrittweise Systeme, die zum Teil vor 60 Jahren konzipiert wurden. Das ist wie ein Radwechsel bei laufender Fahrt«,beschreibt Wolfrum die Herausforderung.
Um die Steuer-IT zukunftsfähig zu machen, baut KONSENS eine neue, moderne technische Zielarchitektur auf: Die Software wird in viele kleine, eigenständige Bausteine zerlegt, die jeweils eine klar definierte Aufgabe erfüllen. Diese lassen sich unabhängig voneinander entwickeln, austauschen und erweitern. »So können wir IT-Services moderner gestalten und schneller und flexibler in die Finanzämter bringen«, sagt Jürgen Thiel, Gesamtleiter KONSENS.
BEST PRACTICE FÜR INNOVATION
Wie das in der Praxis funktioniert, soll bei der Neugestaltung der Grunderwerbsteuer-Software exemplarisch umgesetzt werden. Thiel: »KONSENS baut hier den gesamten Geschäftsprozess neu auf: Eingehende Dokumente werden automatisch ausgelesen, geprüft und bis zum Steuerbescheid verarbeitet.« Standardfälle laufen vollständig maschinell, während Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur noch bei komplexen Sachverhalten eingebunden sind. Das bedeutet: weniger Routinetätigkeiten und mehr Freiräume für fachliche und rechtliche Entscheidungen. Webanwendungen mit einheitlichem Look and Feel erleichtern zudem die Einarbeitung und unterstützen die tägliche Arbeit. »Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels brauchen wir deutschlandweit einheitliche und zeitgemäße Lösungen, in denen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnell zurechtfinden«, betont Thiel.
»Wir stärken darüber hinaus die einfache und verständliche Kommunikation mit den Steuerpflichtigen«, sagt Wolfrum. Mehr als 25 Millionen Nutzerinnen und Nutzer arbeiten bereits mit dem KONSENS-Produkt ELSTER. Über das Portal des »Onlinefinanzamts« und die laufend modernisierte App MeinELSTER+ tauschen sie sich papierlos, sicher und transparent mit der Finanzverwaltung aus. Gleichzeitig entstehen neue, innovative Angebote: Mit einfachELSTER geben ausgewählte Zielgruppen ihre Steuererklärung besonders unkompliziert ab – auf Basis eines Interviewmodus, ganz ohne Formulare. Registrierte Nutzerinnen und Nutzer erhalten seit Mitte 2026 über die App 25 Millionen* Steuerbescheide wurden 2025 elektronisch bereitgestellt. MeinELSTER+ eine vorausgefüllte Steuererklärung sowie eine Vorschau auf den Steuerbescheid direkt auf ihr Smartphone und übermitteln ihre Erklärung mit wenigen Klicks. Auch Unternehmen profitieren, etwa dank der Rückübermittlung der E-Bilanz durch die Finanzämter. Diese kann automatisiert in die Buchhaltungssysteme der Firmen eingelesen werden.

Jürgen Thiel
» Digitale Innovationen entstehen bei KONSENS dank vielfältiger Impulse. Diese werden gebündelt und für alle Länder nutzbar gemacht. «

Stand: 30.04.2026, gerundet / Quelle: Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat
GEMEINSAM FÜR DIE DIGITALISIERUNG
Die Innovationskraft des KONSENS Softwarehauses basiert zudem auf der engen Zusammenarbeit zwischen den Projekten, den Verfahren, den Zentralen Organisationseinheiten und der Gesamtleitung. Thiel: »Digitale Innovationen entstehen bei KONSENS durch vielfältige Impulse. Diese bündeln wir und machen sie für alle Länder nutzbar.« Gemeinsame Entwicklungsumgebungen und wiederverwendbare Komponenten sorgen dafür, dass gute Ideen schneller in die Praxis kommen. So wird die Steuerverwaltung digitaler, automatisierter und nutzerorientierter – und bleibt zugleich verlässlich.